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Handeln für den Klimaschutz
Wozu internationaler Klimaschutz und wie kann er funktionieren?
Das Klima verändert sich auf der Welt, so die wissenschaftlichen
Erkenntnisse seit über 20 Jahren. Da Klimaveränderungen nicht
an Staatengrenzen halt machen, war dies der Anlass, dass sich verantwortliche
Politiker aus aller Welt 1992 in Rio de Janeiro zur internationalen Konferenz
für Umwelt und Entwicklung zusammensetzten. Es wurde eine sogenannte
Klimarahmenkonvention von den Regierungschefs aller teilnehmenden Staaten
beschlossen.
Während die Regierungsvertreter auf den sogenannten Vertragsstaatenkonferenzen
(COP) bereits eine Reihe von weitreichenden Beschlüssen und Verpflichtungen
verabschiedeten, arbeiten Experten seither an einer konkreten internationalen
"Architektur" für den Klimaschutz. So ist ein neues politisches
Handlungsfeld entstanden, welches insbesondere uns Menschen in den reichen
Industriestaaten in den nächsten Jahren vor einige Herausforderungen
stellt.
Klima - was bedeutet das konkret?
Bis heute verbinden wir mit dem Wort "Klima"
vor allem die Wetterereignisse an unserem Wohnort (Stadtklima; Urlaubsklima).
Aber Klimaauswirkungen sind viel weitgreifender in Raum und Zeit.
Die von uns verursachten Emissionen (insbesondere bei der Verbrennung
fossiler Energieträger und Anwendung von Treibgasen) lösen Wirkungen
aus, die wir Vorort mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen und die scheinbar
auch keine Belastung darstellen. Denn die Wirkung findet zeitverzögert
und andernorts statt. Der eigentlich befürchtete Schaden wird für
weite Teile der Erde erst erwartet. Heute spüren wir erst die Vorläuferauswirkungen.
Und Klimaschäden lassen sich heute noch nicht direkt beweisen. Deshalb
werden die Wirkungen und Veränderungen von internationalen Expertengremien
mit Modellrechnungen beleuchtet und analysiert.
Was tut die Politik zum Klimaschutz?
Die Politik hat sich gemäß dem Vorsorgeprinzip
verpflichtet, alles Machbare einzuleiten, so dass die erwarteten Auswirkungen
nicht eintreffen mögen. Sie setzt vorrangig auf Selbstverpflichtungen
und eine Stärkung der Verantwortung einzelner Verursacher. Im Kern
dreht sich die Klimaschutzpolitik heute um das Thema "Einsparung
und Substitution des Verbrauchs von fossilen Energieträgern".
Da unser Wirtschaftswachstum - Indikator für unseren Wohlstand -
in den letzten Jahrzehnten im wesentlichen auf die kostengünstige
Ausbeutung dieser Energien (Erdöl, Gas, Kohle) in den industriellen
Produktionsprozessen zurückgeführt werden kann, ist die Zielsetzung
politisch brisant.
Was macht das Klimabündnis?
Das Klima-Bündnis ist ein Zusammenschluss europäischer
Städte und Gemeinden, die eine Partnerschaft mit indigenen Völkern
der Regenwälder eingegangen ist. Die Partner in diesem weltumspannenden
Bündnis verbindet die gemeinsame Sorge um das Weltklima. Sie streben
eine Verringerung der klimaschädigenden Emissionen auf ein nachhaltiges
Niveau in den Industrieländern im Norden sowie den Schutz der Regenwälder
im Süden des Planeten an. Die Initiative wird als Teil der Bemühungen
um nachhaltige Entwicklung und Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd
verstanden.
Was tut Trier für den Klimaschutz?
Auch die Stadt Trier ist 1994 dem Klimabündnis beigetreten
und leistet in diesem Zusammenhang wichtige Beiträge für den
Klimaschutz. So wurde beispielsweise im gleichen Jahr von engagierten
Bürgerinnen und Bürgern und der Umweltberatung
im Rathaus der Solarverein
gegründet, der zahlreiche Informationsveranstaltungen und Beratungstermine
zum Bau von Solaranlagen, der Kombination von Heizen mit Holz und Sonne
oder die Umrüstung auf Holzpelletskessel anbietet.
Kommunaler Klimaschutz - enorme Potentiale
Mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis verpflichtete
sich die Stadt Trier, ihre Kohlendioxid-Emissionen bis 2005 um 30 Prozent
und bis 2010 um 50 Prozent gegenüber 1987 zu senken. Durch die Einstellung
eines eigenen Energiebeauftragten werden die städtischen Liegenschaften
fortlaufend auf Energieeinsparpotentiale bewertet und die Ergebnisse in
einem jährlichen Energiebericht veröffentlicht. Eine ganze Reihe
großer Gebäude kann inzwischen über eine entsprechende
Gebäudeleittechnik überwacht werden.
Seit 1999 werden sogenannte "Trierer Energietouren" durchgeführt.
Bei diesen ganztägigen Busexkursionen, die in der Regel samstags
stattfinden (bisher über 60 mal), können sich Bauherren, Architekten
und Handwerker in Baustellen und in bewohnten Häusern Anregungen
zu Themen wie "Energieeffiziente Altbausanierung", "Passivhausstandard
im Neubau", "Heizen mit Holz und Sonne" oder "Ökologische
Baustoffe in der Praxis" holen. Diese Touren werden auch grenzüberschreitend
mit Metz, Luxemburg und Saarbrücken durchgeführt und wurden
2005 mit dem "Climate Star" des Klimabündnis ausgezeichnet.
Ab 2006 wird sich ein "Runder Tisch Neue Energien" mit zahlreichen
Akteuren aus der Region zusätzlich für die verstärkte Nutzung
nachwachsender Rohstoffe und Energieträger sowie die effizientere
Nutzung von Energie einsetzen.
Ansprechpartner im Rathaus ist die Umweltberatung
im Amt für Stadtentwicklung und Statistik.
Die größten Energieeinsparpotentiale liegen in der effizienten
Sanierung bestehender Gebäude, um die Heizlasten zu senken. Hier
ist jeder, egal ob Hausbesitzer oder Hausnutzer, zum Handeln aufgerufen!
Was kann der Einzelne tun?
Die konkreten Maßnahmen zur Senkung der CO2 Emissionen
müssen bei unserem Konsum und Lebensstil ansetzen, in unserem alltäglichen
Umfeld im Haushalt und am Arbeitsplatz, beim Heizen, Kochen, Auto fahren
oder in den Urlaub fliegen, beim Gebrauch oder Kauf von Elektrogeräten.
In vielen konkreten Tipps erfahren Sie hier im Lifeguide, wie Sie in Ihrem
Alltag etwas zum Klimaschutz beitragen können. Vor allen in den Kapiteln
Ernährung, Energie, Rund um mobil, Freizeit & Erholung sowie
Büro & Schule finden Sie dazu praktische Empfehlungen.
Was fordert der Klimaschutz in Deutschland?
1997 wurden auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz im
sogenannten Kyoto-Protokoll erstmals verbindliche Reduktionsziele für
die Industriestaaten vorgeschrieben. Insgesamt sollen die wichtigsten
Treibhausgasemissionen um rund 5 Prozent bis 2010 reduziert werden. Für
die EU-Mitgliedsstaaten, die Schweiz und die meisten mittel- und osteuropäischen
Länder bedeutet dies minus 8 Prozent als gemeinsames Ziel, wobei
die Reduktionsverpflichtungen und Emissionsobergrenzen der EU-Mitgliedsstaaten
bezogen auf ihre 1990er Emissionen differieren. Deutschland muss demnach
seine Emissionen um 21 Prozent Österreich beispielsweise um 13 Prozent
verringern.
Kann der internationale Klimaschutz gelingen?
Wegen der globalen Dimension müssen sich alle Staaten
dieser Welt - mit den unterschiedlichsten Interessen - auf ein gemeinsames
Vorgehen einigen. Bis Anfang 2001 war ungewiss, ob dies gelingen könnte.
Doch seit der letzten Klimaschutzkonferenz (Conference of the Parties
(COP 7) steht das politische Grundgerüst, mit dem in den nächsten
Jahren eine Reihe von völkerrechtlich verbindlichen Maßnahmen
eingeleitet werden können.
Mehr zum Klimaschutz erfahren Sie hier:
Ausführlicher Text zum Klimaschutz zum Herunterladen: Klimaschutz
http://www.klimaschutz.de - Das Info-System "Klimaschutz
im Internet" wurde erstellt durch KLIMA-BÜNDNIS / ALIANZA DEL
CLIMA, dem europäischen Netzwerk der Kommunen, die sich einem weitreichenden
Klimaschutz verpflichtet haben.
http://www.klimabuendnis.org
- Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über das Klimabündnis,
Hintergrundinfos zu den Kampagnen der europäischen Mitgliedsstädte
(wie "Das Projekt des Monats"); aber auch interessantes zur
Situation der indigenen Völker und der Partnerorganisationen des
Klima-Bündnis e.V. sowie aktuelle Pressemeldungen.
http://www.klimabuendnis.org/kbhome/service/klima.htm
- Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten zum Klimabündnis und können
eine Reihe von "newslettern" abonnieren.
http://www.bund.net/
- Klimaschutz-Ratgeber des BN
http://www.ipcc.ch
- Hier finden Sie Expertenberichte zum Klimaschutz mit den Prognosen der
Klimawissenschaftler und zur Einschätzung der Situation des Klimaschutzes
in den verschiedenen Teilen der Welt.
http://www.germanwatch.org/liste/liste.htm
- Interessantes zu den internationalen Klimaschutzverhandlungen in deutscher
Sprache
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